Ein Schuljahr mit Antolin

Die einzügige Grundschule Lindberg im Bayerischen Wald hat sich als Schulprofil "Die lesende Schule" gewählt. Um dieses Schulprofil zu stärken, nimmt jede Klasse pro Woche an einer Antolin-Stunde teil.

 

 

An der GS gibt es Antolin schon seit einigen Jahren – zuerst als freiwillige Arbeitsgemeinschaft. Im Schuljahr 2004/05 wurde dann für jede Klasse eine Differenzierungsstunde mit Antolin eingeführt, die von der Förderlehrerin Ingrid Schmidt begleitet wird. Die Schule ist gut ausgestattet für den Einsatz von Antolin: Zum einen weist die schuleigene Bücherei u.a. einen Bestand von ca. 800 Antolin-Büchern auf (v.a. in den Jahrgangsstufen 1 bis 4), zum anderen gibt es einen Computerraum mit Internetzugang.

 

Zu Beginn des Schuljahres
Zu Beginn des neuen Schuljahres kommt Frau Schmidt in jede Klasse der Jahrgangsstufen 2 bis 4 mit Bücherkisten. Um die Schüler/innen nicht gleich zu überfordern und ihnen den Einstieg in die nächsthöhere Klasse zu erleichtern, beinhalten die Bücherkisten ungefähr etwas mehr als ein Drittel Bücher aus der vorangegangenen Jahrgangsstufe. "In dieser Anfangsstunde stelle ich den Schülern und Schülerinnen die Bücher bzw. einzelne Autoren oder Reihen kurz vor. Man vermag kaum zu glauben, welche diesbezüglichen Kenntnisse die Kinder nach einiger Zeit bereits haben", berichtet die Förderlehrerin stolz. Meist entwickelt sich ein sehr ergiebiges Gespräch unter den Schülern und Schülerinnen mit Empfehlungen und Kritiken zu einzelnen Büchern.

 

An der GS Lindberg dürfen die Kinder nur im Rahmen der Antolin-Stunden ihre Bücher beantworten. "Wir halten das für gerechter, denn bei uns auf dem Land hat nicht jeder Haushalt Zugang zu PC bzw. Internet", erklärt Frau Schmidt. "Außerdem sind wir so sicher, dass auch wirklich die Schülerinnen und Schüler die Fragen beantworten, schließlich gibt es ja für Antolin bei uns auch Siegerehrungen."

 

Dass Antolin im Laufe der Zeit nichts an Attraktivität einbüßt, zeigt die Anzahl der durchschnittlich gelesenen Bücher pro Klasse und Woche, die im letzten Jahr um fast ein Drittel gestiegen ist.

 

Neues Jahr - neue Bücher
Nach den Faschingsferien fragt Frau Schmidt die Schüler/innen nach ihren Wünschen für die neu anzuschaffenden Bücher. Sie ist immer wieder positiv überrascht, welche Literaturkenntnisse die meisten Schüler/innen – auch die schwächeren – beweisen. Im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten werden unter Berücksichtigung dieser Wünsche die neuen Bücher angeschafft. Die Neuanschaffungen werden dann in einer kleinen Ausstellung präsentiert.

 

Osterüberraschung für die Erstklässler/innen
Kurz vor Ostern führt Frau Schmidt die erste Klasse mit zwei Schulstunden und sofortiger erster Ausleihe in Antolin ein. Parallel dazu findet ein Elternabend für die Erstklasseltern statt, in dessen Verlauf die Förderlehrerin den Eltern das Leseprojekt Antolin vorstellt und allgemeine Hinweise zur Leseförderung gibt. Nach ein paar Wochen, wenn die Erstklässler/innen fit in Antolin sind, dürfen die Eltern zu einem Schnuppervormittag in die Schule kommen und ihrem Nachwuchs bei der Arbeit am PC zusehen. Manche Kollegen und Kolleginnen verbinden das entweder mit einem Buchstabenfest oder einem Elterncafé.

 

Neben der Hauptsäule Antolin laufen an der GS zur Leseförderung selbstverständlich weitere Aktionen wie z.B. Autorenlesungen, Erzählgästen und Bücherausstellungen bei Elternsprechtagen (private Bücher bzw. über Buchhandlungen). ing

 

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