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Auto fährt in Menschenmenge - und Trump handelt sich Ärger ein

Von: dpa

Meldung vom 14.08.2017

Ab Klasse 5  

Quiz von Silke Fokken

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Charlottesville (dpa) - Viele Menschen waren Mitte August entsetzt über einen besonderen Autounfall in Charlottesville im Osten der USA. Denn der Autofahrer soll mit Absicht in eine Gruppe von Menschen gefahren sein. Die Tat sorgte für Trauer, Wut und Empörung - und außerdem handelte sich Präsident Donald Trump Ärger ein. Wegen einer Verspätung.

Der Hintergrund: In der Stadt Charlottesville gab es Mitte August zwei Demonstrationen. Die Demonstrantinnen und Demonstranten auf der einen Seite verlangten, es solle mehr Macht für weiße Menschen geben. Solche Leute nennt man Rassistinnen und Rassisten. Sie behaupten beispielsweise, Menschen mit einer weißen Hautfarbe seien besser oder wichtiger als Menschen mit einer anderen Hautfarbe.

Dagegen gingen andere Leute auf die Straße, um zu protestieren. Sie wollten mit einer Gegen-Demonstration klarmachen, dass alle Menschen gleich gut und wichtig sind, egal welche Hautfarbe sie haben. Und alle müssten die gleichen Rechte haben. Dabei kam es zu einem schrecklichen Ereignis: Ein Autofahrer fuhr in eine Gruppe dieser Gegen-Demonstranten, und zwar sehr wahrscheinlich mit voller Absicht. Eine Frau starb. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Nach dem Vorfall waren viele Menschen sehr traurig und auch empört über die Gewalt. Einige ärgerten sich außerdem darüber, wie der Präsident der USA, Donald Trump, auf den Vorfall reagierte. Er sagte zunächst: Der Hass und die Gewalt von vielen Seiten seien falsch. Das klingt zwar richtig, es war vielen Menschen aber nicht deutlich genug.

"Donald Trump ist oft sehr direkt", erklärte die Medien-Expertin Claudia Lampert. Er sei bekannt dafür, seine Meinung sehr direkt zu äußern. Oft verurteilt und beschimpft er andere Personen für ihr Handeln. Dann erwarten alle, dass er es auch bei so einem wichtigen Ereignis tut. Macht er es nicht, fragten sich die Leute, auf wessen Seite er steht, erklärte Claudia Lampert.

Viele Politikerinnen und Politiker in den USA fanden, es fehlte etwas in der Rede des Präsidenten. Sie fordern, er hätte genauer sagen sollen, wer Schuld an der Gewalt war - nämlich der Autofahrer, der sehr wahrscheinlich ein Rassist ist. Stattdessen sprach Trump nur allgemein von Gewalt von vielen Seiten. Der Ärger kam auch daher, dass viele fanden, Trump habe selbst immer mal wieder rassistische Sachen gesagt. Tausende Menschen versammelten sich nach dem Vorfall in den USA, um gegen Gewalt und Rassismus zu protestieren.

Der Präsident reagierte auf die Kritik in seinem Land und auch aus anderen Ländern und wurde schließlich deutlicher - wenn auch mit einigen Tagen Verspätung: "Rassismus ist böse und diejenigen, die in seinem Namen Gewalt anwenden, sind Kriminelle und Verbrecher", sagte Trump am 14. August 2017. "Es kommt nicht auf die Hautfarbe an", meinte der Präsident. Gewalt, Hass und Fanatismus hätten keinen Platz in den Vereinigten Staaten.
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