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Gegen Kinderarbeit: Klassenzimmer auf Rädern

Von: dpa

Meldung vom 17.07.2017

Ab Klasse 3  

Fragen von Silke Fokken

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Rangun (dpa) - In vielen Ländern der Welt gehen Kinder nicht zur Schule. Sie arbeiten stattdessen und verdienen Geld für ihre Familien. In dem Land Myanmar gibt es deshalb eine Schule auf Rädern. Sie hilft einigen Kindern, wie zum Beispiel dem 16 Jahre alten Aung. Er hat keine Zeit, um in eine normale Schule zu gehen.

Denn Aung arbeitet in einem Teeladen. Jeden Morgen steht er um halb fünf Uhr auf. Dann geht er zur Arbeit. Den ganzen Tag über bringt er Gästen Tee und Pfannkuchen. Dafür bekommt er nur sehr wenig Geld. Erst um 11 Uhr abends liegt er wieder im Bett. Aung hat keine Zeit, zur Schule zu gehen. "Ich möchte das Geld meiner Familie schicken, um sie zu unterstützen", sagt er.

Aung lebt in Myanmar, einem Land im Südosten Asiens. Dort schicken viele Familien, die nur wenig Geld haben, ihre Kinder zum Arbeiten in größere Städte: Sie sollen Geld verdienen. Jungen arbeiten oft in Teeläden, wie Aung. Mädchen verdienen ihr Geld mit Hausarbeit. Eines von fünf Kindern in Myanmar geht nicht in die Schule, sagen Fachleute.

Tim Aye Hardy möchte das ändern. Der Mann kommt wie Aung aus Myanmar, hat als Erwachsener aber lange in den Vereinigten Staaten von Amerika gelebt. Als er zurückkam, fielen ihm die vielen Kinder in den Teeläden auf. Er wollte, dass weniger von ihnen arbeiten müssen. Deshalb will er möglichst viele von ihnen zur Schule schicken. Denn wer noch nie in der Schule war, weiß gar nicht, was er werden will, sagt Tim.

Doch was, wenn die Kinder keine Zeit haben, um zur Schule zu kommen? Tim hatte eine Idee: Er kaufte einen alten Bus und fuhr zu den Kindern - mit einem Klassenzimmer im Bus.

An drei Abenden in der Woche kommt die Schule auf Rädern nun zu Kindern. Jedes Mal freuen sie sich und begrüßen den grün-weißen Bus. Da, wo bei anderen Bussen die Sitze sind, hat er Schulbänke.

Die Kinder lernen Englisch, Rechnen, Lesen, Schreiben. Außerdem kritisches Denken - also Dinge zu hinterfragen. Auch Unterricht in Sauberkeit steht auf dem Stundenplan. Tims Bus-Schul-Verein hilft heute 2500 Kindern in ganz Myanmar. Aber natürlich wäre es besser, wenn noch viel mehr Mädchen und Jungen zur Schule gingen.
Verena Hölzl, dpa
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