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Anschlag auf Fußballer-Bus: Wenig Zeit zum Nachdenken

Von: dpa

Meldung vom 18.04.2017

Ab Klasse 4  

Fragen von Silke Fokken

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Dortmund (dpa) - Normalerweise sprechen Fußballer nach ihren Spielen über Tore, Fouls oder die Taktik. Nach einem Spiel von Borussia Dortmund gegen den AS Monaco Mitte April ging es jedoch weniger um Fußball als sonst - sondern um ein ganz anderes Thema.

Die Dortmunder hatten in der Champions League (gesprochen: tschämpiens liig) mit 2:3 gegen den AS Monaco verloren. Doch Fans, Reporter und vor allem die Spieler beschäftigte ein Anschlag auf den Dortmunder Mannschaftsbus, den es einen Tag vorher gegeben hatte. Unbekannte hatten in der Nähe des Busses Explosionen ausgelöst,. Ein Spieler des BVB und ein Polizist wurden dadurch verletzt.

Das Spiel gegen Monaco war deshalb um einen Tag verschoben worden. Damit blieb den Spielern wenig Zeit, nach dem Anschlag wieder zur Ruhe zu kommen - und sich auf Fußball zu konzentrieren. "Bis ich in der zweiten Halbzeit auf dem Platz war, habe ich nicht viel über Fußball nachgedacht", sagte der Dortmunder Spieler Nuri Sahin hinterher. "Das war nicht schön, hier und heute sofort wieder antreten zu müssen."

Auch andere waren der Meinung: Das Spiel hätte nicht direkt am nächsten Tag stattfinden dürfen. Schließlich waren die Spieler nach dem Anschlag noch total geschockt. Der europäische Fußball-Verband Uefa und die beiden Fußballklubs hatten aber anders entschieden. Einer der Gründe war der enge Terminplan: Schon wenige Tage später war Borussia Dortmund in der Bundesliga gefordert. Dabei gewannen die Dortmunder 3:1 gegen Frankfurt. Vielleicht konnten sie dann schon wieder ein bisschen mehr über Fußball nachdenken.


Polizei erhielt Bekenner-Schreiben

An dem Abend des Anschlags wollte die Fußball-Mannschaft von Borussia Dortmund gerade mit ihrem Bus zum Spiel fahren, als es ganz in der Nähe drei Explosionen gab. Wer dahinter steckt, wusste die Polizei zunächst noch nicht genau. Doch sie hat zwei Briefe, die Hinweise auf die Täter liefern könnten. Es sind sogenannte Bekenner-Schreiben.

Der eine Brief lag in der Nähe des Busses, den anderen fand die Polizei im Internet. In den Briefen schreiben Leute, dass sie die Täter sind und warum sie das getan haben. Solche Briefe tauchen nach einem Verbrechen öfter auf. Denn oft wollen die Täter, dass jeder weiß, warum sie das Verbrechen begangen haben.

Die Polizei muss bei Bekenner-Schreiben zuerst klären: Kommt das Schreiben wirklich von den Tätern? Echte Schreiben können Hinweise auf die Täter liefern. Beschreibt der Autor zum Beispiel etwas, was nur der Täter wissen kann, ist das ein Zeichen: Der Brief könnte echt sein. Aber manchmal fälschen Leute auch Bekenner-Schreiben, etwa weil sie Aufmerksamkeit wollen. Ihren Namen benutzen die Schreiber dabei selten. Sonst wären sie leicht zu finden.

Die Polizei prüft die Schreiben auf viele Einzelheiten. Sie suchen nach der Handschrift des Schreibers. Damit meinen sie nicht nur seine Schrift auf dem Papier. Zur Handschrift gehört in diesem Fall zum Beispiel, wann und wo das Schreiben aufgetaucht ist. Ist der Brief auf Papier geschrieben, sucht die Polizei nach Fingerabdrücken. Auch Rechtschreibfehler könnten etwas über die Täter verraten.
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