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Fußballtrainer Löw über sein schlimmstes und schönstes Geschenk

dpa


Meldung vom 20.12.2016


Berlin (dpa) - Was macht der Trainer der Fußball-Nationalmannschaft, wenn es keine Fußball-Spiele gibt? Was wünscht er sich zu Weihnachten? Und was war sein schlimmstes Geschenk? Diese und noch viel mehr Fragen hatten Kadira, Aaron und Ella dem Trainer Joachim Löw mitgebracht. Die drei Kinder von den dpa-Kindernachrichten im Alter von 7, 11 und 13 Jahren trafen den Weltmeister-Bundestrainer gut gelaunt in einem Hotel in Berlin.

Aaron: Wollten Sie schon Trainer werden, als Sie klein waren?
Joachim Löw: "Nein. Als ich klein war, da hab ich noch nicht geträumt, Trainer zu sein. Da war mein großes Ziel, Fußballer zu werden. Und als ich dann so 29 oder 30 Jahre alt war, da kam mir dieser Gedanke. Da habe mich öfters auch schon in einen Trainer hineingedacht und ein paar Trainer-Scheine gemacht. Und das hat mir riesigen Spaß gemacht. Und so ist es bis heute geblieben."

Aaron: Was können Sie Kindern sagen, die den Traum haben, ein berühmter Trainer zu werden, so wie Sie?
Joachim Löw: "Alles, was man macht oder was man erreichen will, muss man natürlich mit Freude und Begeisterung, mit viel Spaß machen. Weißt du, wenn es dir Spaß macht, dann hat man immer automatisch auch den Antrieb und die Motivation, die man braucht. Und all das, was Spaß macht, das kann man dann schaffen, ist es auch noch so schwierig. Am Ende kann man dann darin vielleicht auch erfolgreich sein."

Aaron: Welchen Verein würden Sie gern trainieren und warum?
Joachim Löw: "Es ist für mich ja ein Traum, die deutsche Nationalmannschaft trainieren zu dürfen und mit den besten Fußballspielern unseres Landes zu arbeiten. Als ich so in den Anfängen meiner Trainer-Zeit war, vor 15, 20 Jahren, hab ich immer geträumt, mal den FC Barcelona zu trainieren. Denn die haben unglaublich tolle Spieler, sie spielen einen wunderbaren Fußball und sie haben eine faszinierende Einstellung zum Fußball."

Aaron: Wer ist ihr Lieblingsspieler in der Nationalmannschaft?
Joachim Löw: "Eines ist als Trainer natürlich schon mal ganz wichtig: Man darf und soll keine Lieblinge haben. Man muss alle Spieler gleich behandeln. So wie eure Eltern das auch mit euch und euren Geschwistern machen. Wir alle sind unterschiedliche Menschen, wir haben unterschiedliche Spieler. Jeder Spieler verdient die gleiche Aufmerksamkeit, den gleichen Respekt des Trainers. Egal, welche Position er spielt."

Ella: Wenn Sie nicht Trainer geworden wären, was hätten Sie dann gemacht?
Joachim Löw: "Dann hätte ich mir gewünscht, ich wäre Pilot geworden. Ich fliege sehr gern. Das ist so ein kleines Hobby, in der Luft zu sein, die Welt von oben zu sehen. Das finde ich spannend und faszinierend."

Ella: Was machen Sie sonst so, außer Fußball?
Joachim Löw: "Was ich sehr gerne mache, ist Sport. Das macht mir viel Spaß. Ich spiele zum Teil noch selbst Fußball. Dann fahre ich manchmal im Sommer mit dem Mountainbike in die Berge. Ich bin auch ein großer Kino-Fan, schau mir gerne spannende Filme an. Was ich auch gerne mache: In andere Länder reisen, die ich noch nicht kenne. Andere Menschen kennenlernen. Oder manchmal auch einen Berg zu besteigen, das hab ich auch schon gemacht. In Afrika bin ich mal auf einen hohen Berg raufgekraxelt."

Ella: Eine Weltmeisterschaft ist ja immer nur alle vier Jahre. Was macht man als Trainer in der Zeit dazwischen?
Joachim Löw: "Langeweile gibt es da nicht. Wir hatten die Weltmeisterschaft 2014 und dann kommt die im Jahr 2018. Dieses Jahr war ja die Europameisterschaft. Nächstes Jahr im Sommer ist wieder ein Turnier, der Confed Cup in Russland. Dazwischen liegen die Spiele, in denen man sich qualifizieren muss für eine WM oder für eine EM."

Ella: Und was ist, wenn es gerade keine Länderspiele gibt?
Joachim Löw: "Zur Aufgabe eines Trainers gehört auch, zwischen den Länderspielen andere Spiele intensiv zu beobachten: in der Bundesliga, im Ausland, wo unsere Spieler spielen. Wir wollen unsere Spieler immer im Auge behalten. Und auch solche Spieler, die vielleicht mal in Frage kommen für die Nationalmannschaft. Die vielleicht auch noch sehr jung sind. Und so ist man als Trainer auch ständig unterwegs. Wenn man selbst keine Spiele hat, dann schaut man Spiele an - auch um dazuzulernen. Wir fragen uns ständig, wie wir die Spieler und die Mannschaft noch besser machen können."

Kadira: Was machen Sie in der Weihnachtszeit?
Joachim Löw: "Vor Weihnachten habe ich noch viele Termine, zum Beispiel mit euch (lacht). Es gibt noch viele Weihnachtsfeiern, Einladungen, mit dem Deutschen Fußball-Bund und mit meinen Freunden. In der Weihnachtszeit sieht es bei mir so aus: Natürlich gibt es einen Weihnachtsbaum, der geschmückt wird. Dann gibt es natürlich ein gutes Essen und auch mal ein gutes Glas Wein. Und ein bisschen Ruhe und ein bisschen Zeit, die Familie zu sehen, meine Brüder zu sehen."

Kadira: Was wünschen Sie sich zu Weihnachten?
Joachim Löw: "Ich wünsche mir, dass das Weihnachtsfest friedlich verläuft. Dass es keinen Streit gibt in den Familien. Dass die Familien und die Freunde und die Menschen sich gut verstehen und sich Zeit nehmen für und miteinander. Mal zur Ruhe kommen. Als Kind gab es für mich nichts Schöneres, als in der Familie gemeinsam aufs Christkind zu warten. Diese schöne Zeit wünsche ich euch."

Kadira: Was war das schlimmste Weihnachtsgeschenk, das Sie jemals bekommen haben? Und was das schönste?
Joachim Löw: "Ich habe ja drei Brüder, die sind alle ein bisschen jünger als ich. Und vor vielen, vielen Jahren habe ich mal von allen meinen Brüdern - ohne dass sie das vorher wussten - das gleiche Geschenk bekommen. Das war dann schon langweilig (lacht). Und das schönste Geschenk? Da muss ich mal kurz nachdenken. Hm. Ein schönes, großes Bild habe ich mal geschenkt bekommen und das hängt auch bei mir zu Hause in meinem Büro. Das schaue ich jeden Tag an und darüber freue ich mich immer wieder."


Fragen von Silke Fokken

geeignet ab Klasse 4


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