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Wenn Oma alles vergisst - aber gern mit den Enkeln feiert

dpa


Meldung vom 13.12.2016


Berlin (dpa) - Manchmal vergessen Oma oder Opa kleine Dinge wie Termine oder was sie einkaufen wollen. Manchmal aber auch, wo sie wohnen oder wie sie wieder nach Hause finden. In einigen Fällen gibt es dafür einen bestimmten Grund - so wie bei Annes Oma Rita.

"Heute ist ein Feiertag für mich!", singt Rita. Sie ist 84 Jahre alt. All ihre sieben Enkel sind zu Besuch. Sie wollen gemeinsam essen und später Plätzchen backen. Das liebt Rita. "Und alle Leute freuen sich", singt sie weiter und fängt sogar ein bisschen an zu schunkeln. "Heute könnt mein Herz vor lauter Glück ..." Plötzlich hält sie inne. "Ich weiß gar nicht mehr, wie es weiter geht", murmelt sie etwas verlegen.

Rita vergisst häufig etwas. Meist sind es kleinere Dinge wie Termine oder was sie einkaufen wollte. Aber manchmal kann sie sich auch an etwas Wichtiges nicht erinnern. Zum Beispiel, welchen Bus sie nehmen muss, wenn sie die Enkel besuchen will. Einige ältere Leute werden einfach so mit der Zeit etwas vergesslich. Aber bei Rita ist die Alzheimer-Krankheit Schuld.

Bei dieser Krankheit verändert sich das Gehirn. Es wird immer kleiner, so dass bestimmte Teile wie etwa das Gedächtnis oder der Orientierungssinn nicht mehr richtig funktionieren. "Aus diesem Grund braucht Oma Hilfe, anfangs weniger, jetzt aber immer mehr", erklärt ihre jüngste Enkelin Anne. Erkrankte wissen häufig nicht mehr, was vor ein paar Minuten passiert ist. Je länger die Ereignisse her sind, desto besser erinnern sie sich. Deshalb erzählen Alzheimer-Patienten meist aus ihrer Jugend und Kindheit. Dafür aber oft das Gleiche mehrmals hintereinander.

Trotzdem darf Rita immer bis zum Ende erzählen. "Oma zu unterbrechen, das wäre doch irgendwie ... unfair!", findet die Zwölfjährige. Meist bemerkt Rita von ihrer Krankheit nichts. Sie denkt, dass sie nur ein bisschen vergesslich ist und eigentlich noch alles ganz alleine schafft. Nur hin und wieder merkt Rita, dass etwas nicht stimmt und sie ihre Gedanken nicht mehr richtig ordnen kann. Dann wird sie traurig und weint. Auch Anne macht das traurig. "Das ist nicht so schlimm, Oma", sagt sie und versucht, sie zu trösten.

"Wenn Omas und Opas vergesslich sind, darf man das nicht ignorieren und sollte ihnen helfen, ihren Alltag zu meistern", sagt Anne. Sie und ihre Familie versuchen das so gut wie möglich. Manchmal kommen alle Enkel auf einmal zu Besuch und backen mit ihrer Oma. Für Oma Rita ist das wie ein Feiertag.
Von Lilith Schardt, dpa

Die andere Welt akzeptieren

Menschen, die an Alzheimer erkrankt sind, erleben die Wirklichkeit ein bisschen anders als du. Logische Gedanken werden seltener - die Welt um sie herum dafür umso komplizierter. Deshalb ziehen sich Alzheimer-Kranke in eine eigene Welt aus Erinnerungen und Gefühlen zurück.

Ein Experte rät: Es ist wichtig, diese Welt zu akzeptieren. Selbst wenn sie uns manchmal unordentlich oder verrückt erscheint. Denn Alzheimer-Kranke macht es traurig, wenn wir sie immer wieder berichtigen. Und ihnen erklären, dass ihr Verhalten keinen Sinn ergibt. Sie merken selbst oft genug, dass ihnen vieles nicht mehr so gut gelingt wie früher. Einen respektvollen Umgang mit Alzheimer-Kranken zu lernen, erfordert Geduld. Und es ist nicht immer einfach.


Fragen von Silke Fokken

geeignet ab Klasse 4


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