"Imago. Die geheime Reise" – von der Not mit den Vätern

Isabel Abedi
2006, Arena-Verlag
Es gibt sie in großer Zahl: vaterlose Kinder und Väter, die ihre Rolle nicht ausfüllen oder sogar zur Belastung und zum Unglück ihrer heranwachsenden Kinder werden.
In "Imago“ beschäftigt sich Isabel Abedi mit diesem Thema. Wanja, die 13-jährige Heldin, wächst bei ihrer Mutter auf. Hartnäckig schweigt die Mutter zu allen Fragen nach ihrem Vater. Für das Mädchen werden die Ungewissheit und die Sehnsucht nach einem Vater immer stärker. Bis Wanja eines Tages auf rätselhafte Weise eingeladen wird in eine geheimnisvolle, phantastische Welt. Zusammen mit Mischa, einem Jungen aus ihrer Schule, lernt sie dort den Artisten und Musiker Taro kennen, der für beide die Verkörperung eines idealen Vaters darstellt. Er liebt die beiden, er versteht sie und fördert sie. Mit ihm entdecken sie ihre wirklichen Talente und ihre innersten Gefühle, die positiven, aber auch die negativen, wie Hass und Aggressionen. Wanja und Mischa wechseln nun ständig zwischen der Realität und der "Anderswelt“. Es ist ein Lernprozess, an dessen Ende sie sich selbst besser kennen und nun bereit sind, der Realität ins Auge zu schauen. Sie erfahren, dass sie Geschwister sind und sie begegnen ihrem leiblichen Vater.
Der Roman ist sehr spannend und durch die Fantasy-Anlehnung außergewöhnlich. Die Botschaft erscheint jedoch ein wenig konstruiert. Trotzdem ist das Buch für Jugendliche ab 12 Jahren eine sehr unterhaltsamen Lektüre mit einer hochbrisanten Thematik. sim
Imago. Die geheime Reise, Isabel Abedi, 2006, Arena-Verlag











