"So B. It – Heidis Geschichte" – auf der Suche nach sich selbst

Sarah Weeks
übersetzt von Brigitte Jakobeit
2005, Hanser
Für Heidi, die Heldin des Romans, gibt es nur noch ein Ziel: Sie möchte so sein wie alle anderen Kinder. Sie will wissen, wer ihr Vater ist, ob sie noch Großeltern hat und wo ihre Familie herkommt. Ihr Wunsch, Licht ins Dunkel zu bringen, steigert sich ins Unerträgliche. Heidi könnte ihre Mutter fragen, mit der sie zusammen lebt. Doch diese Mutter kann gerade mal 23 Wörter sprechen. Sie kennt ihren Namen nicht, kann weder schreiben noch lesen. Heidi liebt ihre behinderte Mutter. Versorgt, erzogen und unterrichtet wird sie aber von der treuen Nachbarin Bernadette. Doch das Geheimnis um ihre Herkunft kennt auch „Dette“ nicht. Vielleicht kann das rätselhafte Wort „Soof“, das die Mutter oft sagt, ein Hinweis auf ihre Vergangenheit sein? Mit Mut und Verbissenheit nimmt das 12-jährige Mädchen eine beschwerliche Reise quer durch Amerika auf sich und findet schließlich ihren Großvater, der, wie sich herausstellt, im Hintergrund schon immer für sie gesorgt hat, der jetzt aber seine Enkelin erst annehmen muss. Diese bewegende Erzählung lebt von der Gegenüberstellung des Wunsches nach einem normalen freien Leben und des ganz hermetischen, durch extreme Behinderung eingeengten Lebensraumes. Dass Heidi diesen Schritt in die Welt tun kann, dass sie „normal“ ist, erlebt der Leser von Anfang an. Der Großvater muss dieses Wunder erst begreifen. Das Buch ist für Leser/-innen ab 11 Jahren außerordentlich empfehlenswert und weist deutliche Parallelen zu Johanna Spyris Klassiker „Heidi“ auf. „Heidis Geschichte“ ist nominiert für den deutschen Jugendliteraturpreis 2006. sim











