Spezielle Diagnoseverfahren: Lesetests im Visier, Teil II
Schüler beim Lesetest
Mit der HLP steht ein Diagnoseinstrument für Kinder vom ersten bis zum vierten Schuljahr zur Verfügung, das bei einzelnen Kindern die Lesefertigkeit misst und eine differenzierte Analyse des Leseprozesses erlaubt. Zusammen mit der Hamburger Schreibprobe (HSP) können individuelle Lese-Rechtschreib-Probleme beobachtet und erkannt werden. Gemessen werden Lesegeschwindigkeit, basales Leseverständnis und das Leseverhalten des Kindes. Die HLP ist ein offener Test, in dem die testende Person mit dem Kind im Dialog steht. Die Einarbeitung ist einfach, die Auswertung dagegen aufwändig. Sehr genaue Beobachtungen, unter anderem Tonbandmitschnitte, müssen ausgewertet und am Ende in differenzierten und begründeten Förderempfehlungen niedergelegt werden. Sowohl die Durchführung als auch die Auswertung der HLP hängen in ihrem zeitlichen Umfang vom Verhalten der Schülerin oder des Schülers ab. Zu erwarten ist aber eine genaue Beschreibung über Leistungsstand, Förderbereiche und über individuelle Besonderheiten des Kindes. Die Kinder lesen kleine Texte, die je nach Alter den vier Leseniveaus der Grundschuljahrgänge zugeordnet sind. Sie lesen laut vor. Ist ein Textverständnis noch nicht möglich, können auch Wörterlisten herangezogen werden. Die Hilfestellung der Lehrerin beim Vorlesen und bei der anschließenden inhaltlichen Texterschließung wird der Lesefertigkeit des Kindes angepasst. Die HLP wurde für Hamburg entwickelt und wird dort flächendeckend in Grundschulen als Diagnoseinstrument eingesetzt. Sie ist inzwischen aber auch in ganz Deutschland anerkannt und geschätzt. Der Hamburger Lesetest (HLT) – Testen zum Ende des ersten Schuljahres
Der HLT ist ein lehrgangsunabhängiger Gruppentest für das Ende des ersten Schuljahres. Er ist mit geringem Aufwand für die Einarbeitung, Durchführung und Auswertung ein geeignetes Instrument, um einen umfassenden Überblick über die Leistungsfähigkeit einer Gruppe zu gewinnen und eventuell schon in frühem Stadium anhaltende Leseprobleme bei einzelnen Kindern zu erkennen. Der HLT misst nicht nur die basale Lesefertigkeit, sondern zielt auf die komplexen Fähigkeiten, die Leseverständnis ermöglichen. Auch diesem Test liegt, wie schon beim HAMLET, eine Lesestufentheorie zugrunde, die unterschiedliche Teilleistungen des Leseprozesses überprüft. Die Testaufgaben sind sowohl Leseübungen an Wortlisten, die nach Diktat zu lesen sind, als auch Anlautübungen, Wortdiskriminierungen, Zuordnungsaufgaben im Bereich der Satzstruktur und der grundlegenden Grammatik. Der HLT kann in einzelnen Etappen an verschiedenen Tagen einer Woche bearbeitet werden. sim Weitere Informationen und Preise zu Lesetests sind zu ermitteln unter www.testzentrale.de. Der HLT findet sich unter www.peter-may.de. Lesetests SLS, HAMLET und Stolperwörter Zurück zur Antolin-Startseite











